Angst beim Fahren

Wer Angst hat kann kaum mehr einen klaren Gedanken fassen, planvoll handeln oder Strategien umsetzen. Eine situationsangemessene Anpassung der Aufmerksamkeit ist erschwert. So wie das Herz rast, so rasen meist auch die Gedanken...

 

 Eine Angstreaktion besteht meist aus

  1. einer vegetativen Reaktion (Ausschüttung von Stresshormonen), 

  2. einer emotionalen Reaktion (subjektives Gefühl der Bedrohung),

  3. einer kognitiven Reaktion (Gedanken wie: "Hilfe, ich bin in Gefahr! Schnell weg von hier!")

  4. einer motorischen Reaktion (muskuläre Anspannung und körperliche Erregung "Auf dem Sprung sein").

Wer den Führerschein macht und Angst beim Autofahren hat, der tut sich schwer mit dem Lernen. Man sagt zwar, dass Angst Energie freisetzt und somit die Leistungsfähigkeit steigern kann, allerdings ist dieser mögliche Nutzen der Angst abhängig von der Komplexität der Aufgabe, die zu bewältigen ist. Je komplexer die Aufgabe, umso hinderlicher ist Angst. Autofahren ist eine komplexe Aufgabe. Was kann man nun gegen diese Angst beim Autofahren tun? Zunächst ist einmal wichtig zu wissen, ob die Angst nur in bestimmten Fahrsituationen auftritt. Viele Menschen haben Angst bei hohen Geschwindigkeiten, beim Auffahren auf die Autobahn, beim Vorbeifahren an Lkw oder wenn das nachfolgende Fahrzeug dicht auffährt. Kennen Sie dieses Gefühl auch aus anderen Situationen? Fühlen Sie sich überfordert? Fehlt Ihnen das Vertrauen in Ihr eigenes Können, das der anderen Verkehrsteilnehmer oder das des Fahrlehr Bei starken Ängsten während der Fahrstunden sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Fahrlehrer darüber sprechen. Kommunikation ist wichtig, denn oft glauben wir zu wissen, was der Andere von uns erwartet. Wenn man aber darüber spricht ergeben sich noch zusätzliche Informationen und der nötige Respekt und das gegenseitige Vertrauen für die gemeinsame Arbeit gehen nicht verloren. Denn eines haben alle Konzepte, die sich mit der Bewältigung von Ängsten befassen gemeinsam: Transparenz und gegenseitige Wertschätzung. Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie eine professionelle Hilfe von Ärzten, Therapeuten und Psychologen aussehen kann.


Die Angst vor dem Autofahren wird auch als Amaxophobie bezeichnet. Sie wird wie viele anderen spezifischen bzw. isolierten Phobien (Spinnenphobie, Angst vor Blut, etc.) im Diagnosesystem der Weltgesundheitsorganisation WHO (ICD-10) mit F 40.2 kodiert und bildet eine Untergruppe der neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen. Eine differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen phobischen Störungen wie der Agoraphobie oder anderen Angststörungen wie einer Panikstörung bzw. einer generalisierten Angststörung ist oft sehr schwierig.
Professionelle Hilfe bei Angst: Das Verhalten des Menschen ist sehr komplex und vielschichtig - gleiches gilt für Entstehung und Umgang mit dem Phänomen "Angst". Im Folgenden soll ein kurzer Überblick gegeben werden, wie Menschen, die durch Ängste in ihrem Verhalten stark eingeschränkt sind, geholfen werden kann. Die verschiedenen Therapie- und Denkschulen fokussieren jeweils unterschiedliche Aspekte des Phänomens Angst und tragen gemeinsam dazu bei, "Angst" besser verstehen, behandeln oder ertragen zu können. So betrachtet die kognitive Verhaltenstherapie besonders erlernte Reiz-Reaktionsmuster sowie dysfunktionale Denkmuster, die die Angst aufrechterhalten und meist noch verstärken. Aus Sicht der systemischen (Familien-) Therapie wird besonders der positiven, nützlichen Funktion eines Verhaltens wertschätzende Beachtung geschenkt - die Angst wird als eine nützliche Kraftquelle gesehen, die jedoch langfristig zum Leiden des betroffenen Menschen führt.  Auch weniger bekannte Therapie-Schulen wie z.B. die Gestalttherapie sind für die Behandlung von Menschen mit Ängsten geeignet. Bestandteile einer Behandlung von Menschen mit Ängsten sind daher:

Hilfe bei Angst aus Sicht der Verhaltenstherapie: Veränderung der Selbstwahrnehmung in Bezug auf das Angstgeschehen, die bessere Wahrnehmung sowie Veränderung der individuellen Vermeidungsstrategien, das Erlernen und Anwenden von Entspannungstechniken und das Erlernenen der Fähigkeit, die eigene Angst besser ertragen zu können, ohne sofort die angstbesetzte Sitiuation verlassen zu müssen.

Aus Sicht der systemischen (Familien-) Therapie die Analyse der Situation des "Indexpatienten", die Funktion (der Nutzen) der Angst für die Stabilisierung des Systems, paradoxe Interventionen (Symptomverschreibungen).

Aus Sicht der Gestaltherapie die Analyse der eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle, die Aufnahme einer "symbolischen Interaktion" mit den abgespaltenen Persönlichkeitsanteilen sowie deren Integration


So gelingt es Ihnen, angstfrei Auto zu fahren oder zumindest das Niveau Ihrer Anspannung zu reduzieren.

"Primäres Ziel ist es, den von Fahrangst betroffenen Autofahrer/ die von Fahrangst betroffene Autofahrerin wieder zur selbstständigen Teilnahme am Straßenverkehr zu befähigen. Dabei geht es neben den obengenannten Verfahren (professionelle Hilfe bei Angst) hauptsächlich um den Aufbau von Vertrauen in die eigenen Fahrfähigkeiten und den Aufbau realistischer Erwartungen für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Meist  fahren Menschen, die unter Fahrängsten leiden nicht schlechter als der Durchschnitt der Autofahrer. Lediglich haben diese von Ängsten betroffenen Menschen ein sehr großes Sicherheitsbedürfnis und einen besonders hohen Anspruch an das eigene Fahrkönnen. Die Angst vor dem Autofahren schwindet in dem Maße, wie es gelingt, dieses subjektive Gefühl von Sicherheit wieder herzustellen. Um dieses zu erreichen wird ein individueller Trainingsplan erstellt, bei dem der von Fahrangst betroffene entscheidet, was geübt wird und wie schnell im Trainingsplan vorangeschritten wird.  Auch wenn ein Plan erstellt wird, besteht jederzeit die Möglichkeit, eine angstauslösende Situation zu verlassen. Auch besteht die Möglichkeit, zwischen einer abgestuften oder massierten Exposition auszuwählen."

Um wieder Vertrauen in das Autofahren zu erhalten sollten Sie sich ein wenig Zeit nehmen. Meiner Erfahrung nach sollten Sie etwa Sitzungen von 120 Minuten einplanen. Somit kann ein Vorgespräch stattfinden und es bleibt auch nach der praktischen Übungseinheit genug Zeit für eine Nachbesprechung. Das Coaching zum angstfreien Autofahren biete ich im Rhein-Main-Gebiet in den Städten Ingelheim, Mainz, Wiesbaden, Rüsselsheim und Frankfurt sowie im Taunus an. Gegen eine Anfahrtspauschale komme ich Ihnen auch bei größeren Entfernungen entgegen. Bitte sprechen Sie mich diesbezüglich an.

Auf Ihrem Weg in die "angstfreie automobile Selbstständigkeit" bin ich gerne als Coach behilflich.